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Tess Finch Lees: From the Winter Olympics to Nasa, wearing masks is back – except when it comes to our hospitals | Irish Independent

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sarcozona
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Your browser can save lives. You use it for Netflix. - Christin Löhner - Portfolio and Blog

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Über Informationsfreiheit als Menschenrecht, die Brutalität digitaler Zensur, und was du heute noch dagegen tun kannst.

Es gibt einen Moment, in dem Zensur aufhört, ein abstraktes politisches Konzept zu sein, und zu etwas ganz Konkretem wird: wenn eine Mutter in Teheran nachts ihr Telefon in die Hand nimmt und ihr Kind nicht erreichen kann. Wenn Proteste aufflammen, wenn Menschen auf den Straßen sterben, wenn Augenzeugenvideos das Land nicht verlassen dürfen. Wenn der Staat nicht nur schießt, sondern gleichzeitig das Licht ausmacht.

Wir leben in einer Zeit, in der Information nicht mehr nur Macht ist, sie ist Überleben. Und wer über Information herrscht, herrscht über Realität. Das wissen Diktatoren. Das wissen autoritäre Regime. Das wissen auch einige demokratisch gewählte Regierungen besser, als ihnen lieb sein sollte. Die Frage ist: Wissen wir es auch?

Iran, Januar 2026: Das brutalste Kommunikationsmassaker der Neuzeit

Was derzeit im Iran passiert, ist kein Internet-Shutdown. Es ist ein vollständiges Auslöschen der öffentlichen Kommunikation, und es ist das schlimmste in der Geschichte des Landes.

Die Proteste begannen am 28. Dezember 2025. Auslöser war der katastrophale Verfall der iranischen Währung, massive Inflation, wirtschaftliche Hoffnungslosigkeit. Aber innerhalb weniger Tage wurden aus Protesten gegen die Wirtschaftspolitik Rufe nach dem Sturz des Regimes. Zehntausende Menschen in Dutzenden Städten. Ein Aufstand.

Am 8. Januar 2026, am zwölften Tag der Proteste, zog das Regime den Stecker. Nicht an einem Plattform, nicht an einem Dienst, am ganzen Land. Mobilfunkmasten wurden deaktiviert. Telefon- und Festnetzleitungen wurden gekappt. Das nationale Intranet, das sogenannte National Information Network (NIN), das der Iran in jahrelanger Arbeit als Parallelstruktur zum globalen Netz aufgebaut hatte, war komplett abgeschaltet, nicht nur nach außen, sondern auch innerhalb des Landes. Laut Cloudflare Radar fiel der iranische Internetverkehr auf einen Bruchteil eines Prozents des normalen Wertes. Die Bevölkerung wurde in absolute digitale Dunkelheit gestürzt.

Das ist keine Übertreibung. Das ist der technische Befund.

Was folgte, entbehrt jeder Beschreibung. Amnesty International dokumentierte, dass zwischen dem 31. Dezember 2025 und dem 3. Januar 2026 mindestens 28 Protestierende und Unbeteiligte in 13 Städten erschossen wurden, darunter Kinder. Und das sind nur die verifizierten Zahlen aus dem Zeitraum, bevor die vollständige Abschaltung weitere Dokumentation unmöglich machte. Schätzungen der Gesamtzahl der Todesopfer liegen mittlerweile zwischen 2.000 und 40.000. Diese extreme Spanne ist kein Fehler, sie ist das direkte Ergebnis der Informationsblockade. Niemand weiß es genau, weil niemand berichten konnte.

Das ist Methode, keine Panne. Amnesty International nannte es beim Namen: Der Shutdown ist nicht nur ein Mittel zur Unterdrückung von Protest, er ist selbst eine schwere Menschenrechtsverletzung. Er schützt Security-Kräfte vor Dokumentation. Er verhindert, dass Bilder das Land verlassen. Er isoliert Protestierende voneinander, verhindert Koordination, bricht den psychologischen Schwung einer Bewegung. Wer Information kontrolliert, kontrolliert die Erzählung. Und wer die Erzählung kontrolliert, kann Massaker leugnen.

Das Regime versuchte zudem, Starlink-Terminals zu beschlagnahmen, insgesamt 158 konfiszierte Geräte wurden dokumentiert. Die USA schmuggelten daraufhin laut Berichten 6.000 weitere Terminals ins Land. Ein bizarrer Satelliten-Untergrundkampf um Bandbreite, mitten in einem Volksaufstand.

Besonders aufschlussreich ist, was Foreign Policy als "digitale Apartheid" beschrieb: Seit Juli 2025 gibt es im Iran ein formalisiertes Zweiklassen-Internet. Regierungsbeamte, Sicherheitskräfte und ausgewählte Journalisten erhalten sogenannte „White SIM Cards", Mobilfunkverträge, die am staatlichen Zensursystem vorbeigeleitet werden und vollen Zugang zu Instagram, WhatsApp und Telegram ermöglichen. Der Rest der Bevölkerung navigiert ein Labyrinth aus gesperrten Ports und instabilen VPNs, wenn überhaupt. Loyalität wird mit Konnektivität belohnt. Widerstand wird mit digitaler Isolation bestraft.

Und das alles hat einen wirtschaftlichen Preis, den das Regime sehr wohl kennt und offenbar bereit ist zu zahlen. Der Kommunikationsminister räumte ein, dass der Shutdown die Wirtschaft täglich 35,7 Millionen Dollar kostet. Online-Umsätze brachen um 80 Prozent ein. Die Teheraner Börse verlor massiv an Wert. Das Regime nimmt diesen wirtschaftlichen Kollaps in Kauf, weil der politische Nutzen der Informationskontrolle den wirtschaftlichen Schaden überwiegt. Deutlicher kann man nicht zeigen, wie hoch Informationsfreiheit auf der Prioritätenliste einer Diktatur steht: ganz unten.

Das ist keine neue Geschichte, das ist System

Der Iran ist kein Ausreißer. Er ist Vorreiter und Exporteur einer Technologie der Unterdrückung, die weltweit Schule macht.

Bereits 2019, als Benzinpreisproteste das Land erschütterten, verhängte das Regime einen sechstägigen totalen Internet-Blackout. Der Grund war offen politisch: Massenproteste sollten von globalen Augen abgeschirmt werden, während die Sicherheitskräfte brutal vorgingen. 2022, nach dem Tod von Mahsa Amini in Polizeigewahrsam, wiederholte sich das Muster. Die Bewegung „Frau, Leben, Freiheit" erschütterte das Regime so sehr, dass WhatsApp und Google Play über Jahre blockiert blieben. Instagram ist bis heute gesperrt.

China war das Labor, der Iran ist das Praxisbeispiel. Die sogenannte Great Firewall, die China über Jahrzehnte aufgebaut hat, ist kein einfacher URL-Filter. Sie ist ein Kontrollsystem mit Deep Packet Inspection, einer Technologie, die Datenpakete inhaltlich analysiert und Umgehungsversuche in Echtzeit erkennt. Google existiert nicht. Wikipedia existiert nicht. YouTube, Instagram, Twitter, WhatsApp, Facebook, alles verschwunden, ersetzt durch staatlich überwachte chinesische Pendants. Über 1,4 Milliarden Menschen leben in einem Internet, das wie ein nationales Intranet funktioniert: verbunden nach innen, kontrolliert nach außen. Das ist keine Zensur im klassischen Sinne. Es ist die Umgestaltung der Realität selbst.

Myanmar zeigt, was passiert, wenn ein Militärjunta-Regime die chinesische und iranische Blaupause importiert. Nach dem Putsch von 2021 folgten zunächst komplette Shutdowns, dann gezieltere Kontrollen, mit direkter technischer Unterstützung aus China, Russland und Indien. Heute setzt das Militär biometrische Datenbanken, Gesichtserkennung und digitale IDs ein, um Oppositionelle zu verfolgen. Das Netz ist zum Überwachungsinstrument geworden.

Russland versucht seit Jahren, ein eigenes „Runet" aufzubauen, ein vom globalen Internet trennbares nationales Netz. Seit 2022 sind Instagram, Facebook und Twitter/X offiziell blockiert. Nach dem Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine intensivierte das Regime die digitale Kontrolle massiv. Unabhängige Medien wurden verboten, kritische Berichterstattung unter Strafe gestellt. Der Krieg findet nicht nur auf Schlachtfeldern statt, sondern auch in Newsfeeds.

Belarus, Äthiopien, Sudan, Kenia, die Demokratische Republik Kongo, Bangladesch, die Karte der Internet-Shutdowns liest sich wie ein Globus des autoritären Willens. Freedom House dokumentierte 2025 den fünfzehnten aufeinanderfolgenden Rückgang globaler Internetfreiheit. Fünfzehn Jahre in Folge. Das ist kein Zufall. Das ist Trend.

Und jetzt schau nach Westen, es ist nicht so weit weg, wie du denkst

Der bequeme Gedanke ist: Das betrifft uns nicht. Wir haben Pressefreiheit. Wir haben das Grundgesetz. Wir haben ein „freies Internet".

Aber was genau ist frei daran, wenn drei oder vier Konzerne darüber entscheiden, was 3 Milliarden Menschen lesen, sehen und teilen dürfen?

Meta und die Auslöschung queerer Räume

Im Januar 2025 kündigte Mark Zuckerberg eine vollständige Überarbeitung der Moderationsrichtlinien für Facebook, Instagram und WhatsApp an. Der Kern: Fact-Checker werden abgeschafft, die Hassrede-Politik wird ausgehöhlt. Was das konkret bedeutet, steht in den neuen Meta-Community-Standards schwarz auf weiß: Es ist nun ausdrücklich erlaubt, LGBTQ+-Menschen als „psychisch krank" oder „abnormal" zu bezeichnen. Aufrufe zur Ausgrenzung von trans Personen aus dem Militär, dem Lehrberuf, dem Polizeidienst sind zulässig. Frauen können mit Haushaltsgegenständen verglichen werden. Ethnische Gruppen können als „Dreck" bezeichnet werden, solange die Zielgruppe nicht in einer der noch verbleibenden Schutzkategorien ist.

Das ist keine Lücke in einer ansonsten guten Richtlinie. Das ist eine politische Entscheidung, die von Meta im Angesicht einer Trump-Regierung getroffen wurde, der man gefällig sein wollte.

Was folgte, überrascht wenig: Ab Oktober 2025 wurden mehr als 50 Organisationen weltweit von Facebook, Instagram und WhatsApp entfernt oder shadowgebannt, Abtreibungshotlines, queere Beratungsstellen, Organisationen für Reproduktionsrechte. In Ländern, wo Abtreibung legal ist. Repro Uncensored, eine NGO, die digitale Zensur gegen Gender- und Gesundheitsbewegungen dokumentiert, zählte 2025 über 200 dokumentierte Fälle von Account-Entfernung oder schwerer Einschränkung, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Human Rights Campaign und GLAAD zufolge berichten 75 Prozent der befragten LGBTQ+-Nutzenden, dass hassbezogene Inhalte seit Januar 2025 stark zugenommen haben. 77 Prozent fühlen sich weniger frei, sich auf Meta-Plattformen zu äußern.

Die Electronic Frontier Foundation nennt es beim Namen: Meta hat eine lange, klare und störende Geschichte darin, marginalisierte Communitys zum Schweigen zu bringen. Und gleichzeitig, das ist die Perversität des Systems, erlaubt dieselbe Plattform nun Hassrede gegen genau diese Gruppen, die sie andererseits zensiert, wenn sie über ihre eigene Unterdrückung sprechen.

Das ist keine neutrale Infrastruktur. Das ist politisch motivierte Kontrolle über den Diskurs, die von einem Konzern ausgeübt wird, der niemandem gegenüber rechenschaftspflichtig ist außer seinen Aktionären.

TikTok und die gefährlichste Frage: Wer darf zensieren?

Am 19. Januar 2025 trat in den USA das „Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act" in Kraft und verbot TikTok effektiv für 170 Millionen amerikanische Nutzerinnen. Der Supreme Court nickte ab. Die Begründung: nationale Sicherheit, chinesische Datenzugriffe, mögliche Manipulation des Algorithmus.

Das klingt vernünftig, bis man anfängt, die Fragen zu stellen, die niemand laut stellt.

Die USA haben kein umfassendes Datenschutzgesetz. Die Daten, die TikTok sammelt, sammeln auch Facebook, Google und Hunderte von Datenbrokern, und verkaufen sie unreguliert weiter. Es gibt keinen dokumentierten Beweis, dass China tatsächlich auf US-Nutzerdaten über TikTok zugegriffen hat. Und Politiker haben in Anhörungen offen zugegeben, dass ein wesentlicher Grund für den Bann schlicht war, dass ihnen nicht gefiel, was Menschen auf der Plattform sagten, insbesondere über den Krieg in Gaza, der auf TikTok deutlich kritischer diskutiert wurde als auf anderen US-Plattformen.

ACLU, EFF und das Knight First Amendment Institute waren unmissverständlich: Das Gesetz ist ein Angriff auf die First Amendment-Rechte von 170 Millionen Menschen. Es schafft einen Präzedenzfall, nach dem jede Plattform verboten werden kann, wenn die Regierung sie als sicherheitsrelevant deklariert. Dieser Präzedenzfall existiert jetzt. Er wartet darauf, genutzt zu werden.

Und dann ist da noch die bittere Ironie: Die Logik, mit der US-Gerichte TikTok verboten haben, staatliches Interesse an Informationskontrolle überwiegt individuelles Recht auf Meinungsfreiheit, ist strukturell identisch mit der Logik, die das iranische Regime zur Rechtfertigung seiner Shutdowns verwendet. Der Unterschied ist graduell, nicht prinzipiell.

Die Epstein-Akten: Informationskontrolle durch Überflutung

Im Dezember 2025 veröffentlichte das US-Justizministerium die sogenannten Epstein-Akten, Millionen von Dokumenten über das Netzwerk des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, der 2019 unter mysteriösen Umständen in Untersuchungshaft starb. Ein Netzwerk, das die mächtigsten Männer der Welt zusammenbrachte: Politiker, Milliardäre, Köpfe aus Wissenschaft und Unterhaltungsindustrie.

Was dann geschah, ist ein Lehrstück in moderner Informationskontrolle, nicht durch Verbote, sondern durch das Gegenteil davon.

Die Dokumente wurden als unstrukturierter Datenhaufen veröffentlicht. Drei Millionen Seiten ohne Kategorisierung, ohne Index, ohne Kontext. Dazu Schwärzungen, von denen viele schlicht und einfach nicht funktionierten, Nutzerinnen konnten geschwärzten Text durch simples Kopieren und Einfügen sichtbar machen. Wichtige Namen wurden sorgfältig entfernt, während der Rest als unleserliches Rauschen übrig blieb. Al Jazeera Media Institute beschrieb das treffend: In einer Zeit, in der traditionelle Zensur nicht mehr funktioniert, wird Information durch ihre Menge unleserlich. Man muss nichts verbergen, wenn man alles auf einmal veröffentlicht und niemand mehr den Überblick hat.

Auf TikTok wurden unterdessen direkte Nachrichten, die das Wort „Epstein" enthielten, von automatisierten Systemen mit Warnungen versehen. Ernsthafte Diskussion wurde gebremst; Memes und Ironie liefen ungehindert. Das Ergebnis: Ein Fall von systematischem sexuellem Missbrauch, der Eliten auf höchster Ebene umfasst, wurde zu Internet-Folklore degradiert. Nicht durch Verbote. Durch Reibung. Durch Rauschen. Durch algorithmische Deprioritisierung.

Das ist die neue Zensur. Nicht das Verbot, sondern die Unsichtbarkeit.

Warum das alles zusammenhängt

Es wäre einfach, diese Phänomene getrennt zu betrachten: den iranischen Shutdown als Diktatur-Problem, den TikTok-Bann als Amerika-Problem, die Meta-Zensur als Konzern-Problem und die Epstein-Akten als Korruptions-Problem. Aber das wäre eine politische Blindheit, die wir uns nicht leisten können.

Was sie verbindet, ist eine einzige Logik: Wer Informationsfluss kontrolliert, kontrolliert politische Realität.

Autoritäre Staaten tun das per Gesetz und Gewalt. Konzerne tun es per Algorithmus und Geschäftsstrategie. Demokratische Regierungen tun es per Jurisprudenz und nationaler Sicherheitsrhetorik. Die Methoden unterscheiden sich, das Ergebnis ähnelt sich: Bestimmte Stimmen werden lauter, andere leiser. Bestimmte Geschichten zirkulieren, andere verschwinden. Bestimmte Proteste finden statt, andere werden im Ansatz erstickt.

Und Überwachungstechnologien reisen. China hat im Iran nachweislich Gesichtserkennung eingesetzt, dieselbe, die in der Verfolgung der Uiguren zum Einsatz kommt. Spyware-Software wie Pegasus findet ihren Weg in die Smartphones von Aktivistinnen auf allen Kontinenten. Was in einem Land als „Anti-Terror-Maßnahme" erprobt wird, landet Jahre später als kommerzielle Dienstleistung auf dem globalen Markt. Autoritäre Technik exportiert sich selbst.

Snowflake: Konkreter Widerstand statt Betroffenheitskultur

Genau an diesem Punkt kommt Snowflake ins Spiel. Nicht als heroische Geste, nicht als spektakulärer Akt des Widerstands, sondern als konkreter, struktureller Beitrag zu einem dezentralen Gegenmodell.

Snowflake ist ein Projekt des Tor Project. Es verschleiert Tor-Verbindungen so, dass sie wie normaler Browser-Traffic aussehen, und macht es für Zensur-Systeme damit extrem schwer, diese Verbindungen zu blockieren. Wer Snowflake auf seinem Computer betreibt, stellt einen kleinen Teil Bandbreite zur Verfügung und wird zur Durchgangsstation für Menschen, die in gesperrten oder zensierten Netzen sitzen.

Das Wichtige dabei: Du siehst keine Inhalte. Du bist kein Ausgangspunkt für Datenverkehr. Du bist eine verschlüsselte Brücke. Das Betreiben eines Snowflake-Proxys ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollkommen legal. Je mehr Menschen mitmachen, desto schwieriger wird es für autoritäre Regime, diese Verbindungen zu unterbinden. Dezentralität ist der einzige strukturelle Vorteil, den wir gegen zentralisierte Staatsmacht ausspielen können.

Ich betreibe selbst mehrere Snowflake-Proxies auf eigenen Servern, dauerhaft, nicht nur, wenn ich gerade daran denke. Weil ich glaube, dass Antifaschismus im digitalen Zeitalter bedeutet, Infrastruktur bereitzustellen, nicht nur Statements zu posten.

Anleitung: In fünf Minuten aktiv werden

Du brauchst keinen Server. Keine Kommandozeile. Keine technischen Kenntnisse.

Für Firefox: Installiere die offizielle Snowflake-Erweiterung aus dem Firefox Add-on Store. Nach der Installation erscheint ein Schneeflocken-Symbol in deiner Symbolleiste. Klick drauf, aktiviere den Toggle. Fertig. Der Proxy läuft im Hintergrund, solange dein Browser offen ist.

Für Chrome, Brave oder Chromium: Die entsprechende Erweiterung findest du im Chrome Web Store. Gleiche Prozedur.

Im Addon-Popup siehst du, wie viele Verbindungen du gerade weiterleitest. Typisch sind null bis drei gleichzeitig. Die Bandbreite, die du bereitstellst, ist minimal, meist unter 10 KB/s, und du wirst es in deinem Alltag kaum bemerken. Du kannst den Proxy jederzeit pausieren oder deaktivieren.

Für alle mit eigenem Server: Snowflake läuft auch als dauerhafter Docker-Container ohne Browser. Das bedeutet 24/7-Unterstützung für das Netzwerk. Dokumentation und Setup-Anleitung finden sich im GitLab des Tor Projects.

Wenn du noch mehr tun willst

Das Tor-Netzwerk lebt von seiner Infrastruktur. Wer technischer unterwegs ist, kann eine Tor Bridge betreiben, einen nicht-öffentlichen Relay-Knoten, der schwieriger zu blockieren ist als öffentliche Nodes. Die Dokumentation dazu findet sich auf community.torproject.org.

Wer das Tor Project finanziell unterstützen möchte: donate.torproject.org. Das Projekt finanziert sich durch Spenden und Zuschüsse und ist einer der wichtigsten digitalen Freiheitsinfrastrukturen der Welt.

Wer über Internet-Shutdowns weltweit auf dem Laufenden bleiben und die politische Arbeit dagegen unterstützen möchte: accessnow.org dokumentiert, analysiert und bekämpft digitale Repression global.

Zum Schluss: Warum ich das nicht als Option betrachte

Informationsfreiheit ist kein Luxus progressiver Gesellschaften. Sie ist die Bedingung, unter der alle anderen Freiheiten erst möglich werden. Ohne das Recht, sich zu informieren, zu kommunizieren, zu organisieren, sind Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und politische Teilhabe leere Versprechen.

Wenn im Iran gerade Menschen sterben und die Welt es nicht sehen darf, weil ein Regime den Stecker zieht, dann ist das nicht weit weg. Das ist die Gegenwart. Das ist das Modell, das exportiert wird. Das ist die Richtung, in die sich Macht bewegt, wenn niemand widerspricht.

Ich betreibe Snowflake nicht aus Nostalgie für ein ideales Internet. Ich betreibe es, weil ich nicht akzeptiere, dass Konnektivität ein Privileg ist, das Regierungen und Konzerne nach Belieben vergeben und entziehen. Weil jede dezentrale Verbindung, die wir ermöglichen, ein kleines Stück Infrastruktur ist, das sich staatlicher und kommerzieller Kontrolle entzieht. Weil konkret schlägt symbolisch, wenn es um Systeme geht.

Und manchmal beginnt Systemwiderstand mit einem Browser-Addon.

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Dieser Artikel darf geteilt, zitiert und weiterverbreitet werden, gerne mit Quellenangabe.

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sarcozona
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Donate to Support Sheri's Ranch Workers Terminated for Unionizing!, organized by Molly Wylder

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Welcome to the GoFundMe for the United Brothel Workers (UBW) (A Division of CWA Local 9413) aid fund! We are a group of legal NV courtesans who decided to unionize after our employer refused to negotiate an unfair contract that gave them ownership over all of our intellectual property and gave them Power of Attorney to sign documents in our names in perpetuity. They wanted to own our images, our ideas, our inventions, and our likenesses, and make money off of them, forever.

We said "NO"

The Communications Workers of America (CWA), one of the nation's largest unions, agreed to help us become the first ever brothel worker's union in the United States. We met with the union, and got a supermajority of the women working at the ranch to sign cards within 48 hours!

Now more than 7 of us have been illegally and wrongfully terminated. While the CWA will eventually get us our jobs back, until then we need to pay our bills. Many of us support multiple people and even multiple households as sole breadwinners.

We are like other workers in America, we deserve a fair contract, we deserve good faith bargaining from our workplace, and we deserve to have agency, safety, and security.

We are working on other ways to support ourselves and any others of our number who are wrongfully terminated, but we need a little help until we can do that. Your donations would be used to give ourselves and wrongfully terminated co-workers the funds they need to make it through until justice prevails and jobs are re-instated.

from left (Jupiter Jetson, Molly Wylder, Adalind Gray) 3 of the workers wrongfully terminated from Sheri's Ranch for unionizing. Not Pictured; Paloma Karr, Genevieve Dahl, Gwen Bunny. Photos By Nikki Zee.

Paloma Karr, one of the first workers fired for union activity.

We have numerous video resources for those who want to learn more, or who just want to support our effort by commenting and sharing our videos!

If you want to support us in other ways, please visit the United Brothel Workers Website where you can sign our petition, keep up with current updates, and coming soon, Union Merch!

What are we fighting for?

  • Ownership of our own intellectual property
  • Control of our own names and signatures
  • An end to wage theft in the form of predatory fees
  • An end to tip theft in the form of "tip splitting"

Thank you so much for your support and remember; Bust Nuts not Unions!

Updates:

  • Sheri's Ranch has illegally terminated more than 7 ladies for unionizing.
  • The CWA legal team is working on getting our jobs re-instated
  • We are close to approving final designs for merch. Pre-orders will be available soon.
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sarcozona
2 days ago
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Epiphyte City
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The varieties of nepotistic experience

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After I made some fun of Commerce Secretary Howard Lutnick for putting his two twentysomething sons in charge of financial behemoth Cantor Fitzgerald, Andrew Gelman and Mark Palko reminded me that they have been waging a lonely fight against the whole theoretical concept of “meritocracy” for many years now.

Back in 2007, Gelman noted that James Flynn — the discoverer of the Flynn effect in re IQ scores — had pointed out why the concept is itself practically incoherent:

[Flynn] summarizes some data showing that America has not been getting more meritocratic over time. He then presents the killer theoretical argument:

[quoting Flynn]: The case against meritocracy can be put psychologically: (a) The abolition of materialist-elitist values is a prerequisite for the abolition of inequality and privilege; (b) the persistence of materialist-elitist values is a prerequisite for class stratification based on wealth and status; (c) therefore, a class-stratified meritocracy is impossible.

Gelman translates this into straightforward practical/political terms:

Basically, “meritocracy” means that individuals with more merit get the goodies. From the American Heritage dictionary: “A system in which advancement is based on individual ability or achievement.” As Flynn points out, this leads to a contradiction: to the extent that people with merit get higher status, one would expect they would use that status to help their friends, children, etc, giving them a leg up beyond what would be expected based on their merit alone.

In other words, a class-based society in which merit is the defining characteristic of class status is ultimately an oxymoron, practically speaking. Individuals may have to a greater or lesser extent themselves “earned” their power and privilege via their own “merit,” but they inevitably use their power and privilege to favor their families in particular, and their friends and fellow network members more generally, because that’s the whole point of having power and privilege in a hierarchically stratified, aka class-based, society.

Twelve years ago Palko pointed to what I’m going to call “soft” nepotism, which is probably much more prevalent than the crude nepotism of for example Donald Trump’s imbecile sons being rich and famous people:

The New Republic has a very good profile by Julia Iofee of  Michael Needham of the Heritage Foundation. The whole thing is worth reading, but there’s one paragraph I’d like to single out both because of its content and its placement deep in the article.

[Quoting TNR] After [Michael] Needham graduated from Williams in 2004, Bill Simon Jr., a former California Republican gubernatorial candidate and fellow Williams alum, helped Needham secure the introductions that got him a job at the foundation. Ambitious and hard-working, he was promoted, in six months, to be Feulner’s chief of staff. According to a former veteran Heritage staffer, Needham is intelligent but “very aggressive”: “He is the bull in the china closet, and he feels very comfortable doing that.” (“I consider him a friend,” says the college classmate, “but he’s a huge asshole.”) In 2007, Needham, whose father has given generous donations to both Rudy Giuliani and the Heritage Foundation, went to work for Giuliani’s presidential campaign. When the campaign folded, Needham followed his father’s footsteps to Stanford Business School and then came back, at Feulner’s bequest, to run Heritage Action.

The soft nepotism here is that there’s no reason to doubt that that this prodigy of successful networking is talented and hard-working, aka Full of Merit:

You’ll notice Iofee goes out of her way to suggest that Needham got his first rapid promotion by being “ambitious and hard-working,” and there is, no doubt, some truth in that, but pretty much everybody who goes to work for a big-time D.C. think tank is ambitious and hard-working. These are not traits that would have set Needham apart while being the socially well-connected son of a major donor very well might have.

Soft nepotism is absolutely endemic to the American version of meritocracy. Basically it works like this: almost everybody who goes to HYPS these days or similar (Williams, Swarthmore etc.) is very smart and very hard working. You do still get occasional instances of crude nepotism, like Charles Kushner straight up bribing the Harvard Corporation to allow Little Jared to attend its college, but for the most part entrance into these places is quite meritocratic, in the sense that the relevant filters are for ability rather than familial status. But the problem is that those filters themselves are reflections of the ability of people from the Right Families to manipulate the system, so that Connor and Maddie can get in, via their individual “merit,” that has been excruciatingly cultivated from birth by their parents. Lauren Rivera’s great bookPedigree: How Elite Students Get Elite Jobs is a fascinating ethnography of exactly how this kind of “merit” works, and work it does.

This is all related to what Peter Turchin calls “elite overproduction.” The idea that talented and hardworking people are scarce is just facially preposterous if you say it out loud, which is why people generally don’t. An exception that I find particularly amusing is The Atlantic magazine’s EIC, Jeffrey Goldberg, who had this to say a few years ago when he was trying to explain/rationalize why so few Atlantic cover articles were written by women:

It’s really, really hard to write a 10,000-word cover story. There are not a lot of journalists in America who can do it. The journalists in America who do it are almost exclusively white males. What I have to do — and I haven’t done this enough yet — is again about experience versus potential. You can look at people and be like, well, your experience is writing 1,200-word pieces for the web and you’re great at it, so good going!

Goldberg’s job, as he sees or at least saw it, is to nurture the extraordinarily rare woman journalist who can be transformed into someone who has The Necessities (h/t Al Campanis) to do something like create a unified field theory of physics write an Atlantic cover story. As I commented at the time:

The merit myth exists to justify the maintenance of extremely hierarchical anti-egalitarian social structures. If there are 10 or 100 or 1000 times as many people who have the ability and desire to, say, write cover stories for prestigious magazines, or to attend hyper-elite colleges, or to be captains or at least lieutenants of industry, or to be good Supreme Court justices, or to star in a Hollywood movie, or to write the Great American novel, as there are social slots available for people to fill these roles (and there are), then you’ve got to create sorting mechanisms that give the impression that these slots aren’t being handed out arbitrarily, or worse yet on the basis of pre-existing social privilege.

That’s where Jeffrey Goldberg and his search for ultra-rare gynecological journalistic muscles comes in.

Goldberg’s mission, as he understands it, is to perform the extraordinarily difficult job of finding people who can write good Atlantic cover stories. He thinks this job is hard because there are so few such people. It is a hard job — but for exactly the opposite reason. There are enormous numbers of extremely gifted hard-working creative etc. American journalists out there, many of them working for nothing or close to it, for reasons that are too obvious to belabor.

All this applies equally to actors, writers, aspiring disrupters of the market for whatever, potential HYPS undergraduates, and so forth.

It’s a big country. So what to do? The answer is you come up with a bunch of largely phony metrics for sorting out sheep of supposedly unicorn-like rarity from the vast multitudes of goats.

These include things like whether somebody has a degree or preferably degrees from super-elite educational institutions; whether somebody is related to somebody already in the business; whether somebody seems “polished” enough to make clients comfortable, etc.

The merit myth is critical to the maintenance of our phony meritocracy. Gelman’s and Palko’s related points is that meritocracies must inevitably be phony, at least on their own ideologically self-justifying terms, given the way that social power and privilege actually work.

And the underlying historical irony here is that, before it became a term of approbation, “meritocracy” was coined by academics who were using it derisively for pretty much these very reasons.

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sarcozona
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rocketo
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The IRS broke the law by disclosing confidential information to ICE 42,695 times, judge says

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WASHINGTON (AP) — A federal judge said Thursday that the IRS broke the law by disclosing confidential taxpayer information “approximately 42,695 times” to Immigration and Customs Enforcement.

U.S. District Judge Colleen Kollar-Kotelly found that the IRS had erroneously shared the taxpayer information of thousands of people with the Department of Homeland Security as part of the agencies’ controversial agreement to share information on immigrants for the purpose of identifying and deporting people illegally in the U.S.

Her finding was based off a declaration filed earlier this month by Dottie Romo, IRS’ chief risk and control officer, which revealed that the IRS had provided DHS with information on 47,000 of the 1.28 million people that ICE requested — and, in most of those cases, gave ICE additional address information in violation of privacy rules created to protect taxpayer data.

Kollar-Kotelly said in her Thursday decision that the agency violated IRS Code 6103, one of the strictest confidentiality laws in federal statute, “approximately 42,695 times by disclosing last known taxpayer addresses to ICE.” She called the Romo declaration “a significant development in this case.”

“The IRS not only failed to ensure that ICE’s request for confidential taxpayer address information met the statutory requirements, but this failure led the IRS to disclose confidential taxpayer addresses to ICE in situations where ICE’s request for that information was patently deficient,” she wrote.

The government is appealing the case, but the Thursday ruling is significant because Romo’s declaration supports the decision on appeal.

Nina Olson, founder of the Center for Taxpayer Rights, which has sued the government over the disclosure, says “this confirms what we’ve been saying all along: that the IRS has an unlawful policy that violates the Internal Revenue Code’s protections by releasing these addresses in a way that violates the law’s requirements.”

Representatives from the IRS and Treasury Department did not respond to Associated Press requests for comment.

A data-sharing agreement signed last April by Treasury Secretary Scott Bessent and Homeland Security Secretary Kristi Noem allows ICE to submit names and addresses of immigrants inside the U.S. illegally to the IRS for cross-verification against tax records. The deal led the then-acting commissioner of the IRS to resign.

There are several ongoing cases that challenge the IRS-DHS agreement.

Earlier this week, a three-judge panel for the U.S. Court of Appeals for the D.C. Circuit declined to issue a preliminary injunction for the immigrants’ rights group, Centro de Trabajadores Unidos, and other nonprofits that are suing the federal government to stop implementation of the agreement.

In declining the preliminary injunction request, Judge Harry T. Edwards wrote that the nonprofit groups “are unlikely to succeed on the merits of their claim,” since the information the agencies are sharing isn’t covered by the IRS privacy statute.

Still, two separate court orders have blocked the agencies from massive transfers of taxpayer information and blocked ICE from acting upon any IRS data in its possession. Those preliminary injunctions are still in place.

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sarcozona
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Epiphyte City
acdha
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Washington, DC
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sarcozona
2 days ago
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Epiphyte City
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